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Fanspieler – Dresdner Eislöwen

Es gibt sie an fast allen Standorten der DEL2 – die Aktion mit und um Pfandbecher und Pfandflaschen. Wir möchten heute die Fanspieler-Aktion der Dresdner Eislöwen beleuchten. Die Blau-Weißen gehen dabei mit der Aktion bereits in die 10. Saison und sind damit Pionier und Vorreiter der Liga.

In Dresden begann alles in der Saison 2010/2011. Die Kassel Huskies verlieren zwei Klageverfahren gegen die DEL und müssen im August 2010 feststellen, dass es im Oberhaus nicht weiter geht. Bis zuletzt zur Stange gehalten hat der Capitain der Huskies, Hugo Boisvert. Auf der Suche nach einem neuen Club gewannen die Dresdner Eislöwen und der damalige Cheftrainer und Teammanager Thomas Popiesch (aktuell Bremerhaven Fischtown Pinguins, DEL) das Rennen und lotsten den erfahrenen Routinier an die Elbe nach Sachsen, wo er insgesamt fünf Spielzeiten verbrachte.

Da das Team der Dresdner Eislöwen bereits fertig zusammengestellt war und finanzielle Mittel für einen Hochkaräter á la Hugo Boisvert nicht frei waren, wurde die Fanspieler-Aktion ins Leben gerufen.

Lars Stohmann (Fanbeauftragter der Dresdner Eislöwen): „Thomas Popiesch kam damals auf meine Kollegin und mich zu und frug, ob wir Optionen im Fanbereich zur Finanzierung von Hugo Boisvert sehen. Wir trafen uns dann zeitnah mit der gesamten Geschäftsstelle und beschlossen nach einer Brainstormingrunde, spieltäglich für ein Teilprojekt zu sorgen, bei dem Taler in die Kassen kommen, um den Spieler zu finanzieren. Durchgeschlagen hat von Anfang an die Pfandbecheraktion.

In der aktuellen Saison ist es Timo Walther, der von den Fans gewählt wurde und voller Stolz sein Warmup-Trikot zeigt. Der Fokus bei den Elbstädtern ist in den letzten Jahren auf junge Spieler mit Potential für mehr gerückt. Der wendige Stürmer bringt dafür alles mit. Mit seinen 21 Jahren sorgt er regelmäßig für Unruhe im gegnerischen Verteidigungsdrittel.

Timo Walther, Stürmer der Dresdner Eislöwen (Quelle: PR Dresdner Eislöwen)

Lars Stohmann: „Nach Jahren des Bestimmens und der Abstimmung im kleinen Kreis lassen wir seit vergangener Saison die Fans wählen. Ich verspreche mir davon mehr Identifikation der Fans mit der Aktion und dem Spieler. Man muss verstehen, dass es ohne diese Aktion den oder einen anderen Spieler nicht gäbe und der Fan somit maßgeblich zur Steigerung der Qualität und Quantität im Kader beiträgt. Von daher ist den zahlreichen Spendern, die teilweise seit dem ersten Spiel mitmachen unendlich zu danken.“

Das System in Dresden ist recht einfach. Mit Abpfiff und nach Verlassen aller Offiziellen werfen die Fans ihren Bierbecher oder die Pfandflasche aufs Eis oder in den Umlaufgraben. Die beiden Fanbeauftragten Lars Stohmann und Thomas Feige sammeln alle Pfandobjekte mit tatkräftiger Unterstützung der Fanordner der Dresdner Eislöwen in orange Tonnen des Sponsors SRD – Stadtreinigung Dresden ein und rechnen spieltäglich zum Caterer der Energieverbund Arena ab. Je Pfandobjekt gibt es 2,00 € – eine Spende die viele Zuschauer und Fans bereit sind einem jungen, talentierten Spieler zu geben.

Maik Walsdorf, Geschäftsführer Dresdner Eislöwen: “Die Aktion wird auch nach vielen Jahren der Umsetzung sehr gut angenommen. Für die Unterstützung im Rahmen der Becherwurfaktion gilt unserer Fangemeinde ein großer Dank. Mit Timo Walther haben die Fans einen Spieler gewählt, der sich in den letzten Jahren in Dresden sehr gut entwickelt hat und jeden Tag motiviert bei der Sache ist.“